Inklusion scheitert in der Praxis, wo Hilfesysteme nicht miteinander kommunizieren (können), und wo die Arbeit am Menschen zu einem technischen Verfahren wird. Die Indexe für Inklusion können helfen: Sie liefern eine gemeinsame (Fach-)Sprache, die Sektoren verbindet, ohne ihre Eigenlogik zu zerstören, und eine Arbeitsweise, die den Sinn von Inklusion wieder erlebbar macht.
Inklusion gemeinsam umsetzen
Die Indexe für Inklusion als Schlüssel für eine gemeinsame (Fach-)Sprache und eine systematische gemeinsame Entwicklung
Autorin: Natascha Feld
Mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) von 2021 ist die Kinder- und Jugendhilfe verpflichtet, sich inklusiv auszurichten. Das Wohin scheint klar – doch die Praxis ringt mit dem Wie und manchmal auch bereits mit einem Wohin genau.
Dieser Beitrag analysiert zentrale Herausforderungen, die es schwer machen, in der Praxis den Blick von den Defiziten einzelner Menschen hin zu Barrieren zu verlegen, die von Menschen gemacht und deshalb auch nur von jenen wieder abgebaut werden können und müssen. Die UN Behindertenrechtskonvention war die erste Menschenrechtskonvention, die diesen Perspektivwechsel eingefordert hat: Inklusion – und zwar für alle. Ein Prinzip, das im Folgenden auf alle anderen Menschenrechtskonventionen und -gesetze angewendet wurde. Menschenrechte lassen sich nur universal umsetzen. Sie müssen für alle gleichermaßen gelten.
Dies überwindet die Praxis der Integration, in der wir einzelne Menschengruppen aufwendig identifizieren, um ihnen Hilfe zu gewähren, sich in einer unveränderten Gesellschaft zurechtzufinden. Eine Praxis, die nicht nur für die Fortsetzung von Verbesonderung sorgt, sondern auch den Anschein erweckt, als könnten Menschenrechte nur dann eingefordert werden, wenn man zuvor nachgewiesen hat, zu einer Gruppe zu gehören, die von Diskriminierung betroffen ist – dies ist nicht nur aufwendig, sondern sozial auch hoch explosiv.
Wenn allgemeine Menschenrechte zu etwas werden, das man erst mit Nachweis einer Diskriminierungsgefahr oder Benachteiligung berechtigt einfordern kann, verliert das Allgemeine seine Bedeutung. Menschenrechte können nur universell für eine gesamte Gesellschaft und für alle ihre Mitglieder gelten, und sollten eine Gesellschaft ganz alltäglich prägen, wenn dies nicht gewährleistet ist, drohen Konfliktlinien, die kaum zu befrieden sind.
Inklusion beschreibt die universelle Gültigkeit von Menschenrechten – egal in welchem Zustand, egal mit welcher Herkunft, egal mit welchem Attribut auch immer ein Mensch beschrieben wird. Die Umsetzung von Inklusion muss im Gegensatz zu Integration alle Menschen gleichermaßen ansprechen und mitnehmen, da sie alle Menschen betrifft. Es erfordert, dass sich alle Menschen gegenübereinander so verhalten (können) und ihre Gesellschaft so gestalten (können), dass niemand außen vor bleibt und Menschrechte gewahrt werden – ganz alltäglich und zu jedem Zeitpunkt.
Inklusion ist eine Gesellschaftsbeschreibung und kein Individualrecht auf Integration in ein System, das nach wie vor ausgrenzende Praktiken beinhaltet. Und es erfordert, dass sich nicht nur jeder einzelne Mensch auf sein Recht auf Wahrung seiner Menschenrechte verlassen kann, sondern auch, dass jeder einzelne Mensch an der Wahrung der allgemeinen Menschenrechte mitwirkt.
Die Umsetzung von Inklusion erfordert also Methoden, die alle Menschen mitnehmen, ansprechen und motivieren, den Blick auf jene menschengemachten Barrieren zu richten und mitzuwirken, sie abzubauen. Barrieren, die sich im Kopf, wie auch auf der Straße, wie auch in Amtsgeschäften befinden können. Es braucht eine gemeinsame (Fach-)Sprache, die für ein gemeinsames Verständnis sorgt und es braucht eine systematisch interagierende gemeinsame Entwicklung, in der wir uns alle zurechtfinden und auch wiederfinden, in der wir Veränderung nicht als Bedrohung erleben, sondern als machbar und persönlich erstrebenswert.
Zwei Herausforderungen behandeln wir in diesem Beitrag zentral: 1. Fragmentierte Hilfesysteme, die nicht miteinander kommunizieren (können), und 2. entfremdetes Arbeiten am Menschen, das Inklusion als technisches Verfahren statt als verstandenes Prinzip behandelt. Abschließend richten wir den Blick auf die Indexe für Inklusion[1], denen wir ein großes Potential zusprechen, Lösungen für diese Herausforderungen zu bieten. Dieser Beitrag zeigt ferner, wie die Indexe konkret zur Anwendung kommen und systematisch weiterentwickelt werden.
Kapitel 1 analysiert fragmentierte Systeme und entfremdetes Arbeiten am Menschen als zentrale Herausforderungen und zeigt, warum die Indexe beide Probleme adressieren können.
Kapitel 2 erzählt die Erfolgsgeschichte der Index-Familie und beschreibt ihre „DNA“ – was alle Indexe verbindet.
Kapitel 3 stellt die Mini-Indexe vor – kompakte Reflexionsinstrumente mit jeweils 25 Fragen zu spezifischen Bereichen der Jugendarbeit (Gremienarbeit, Elternkooperation, Spielen, Veranstaltungen, Beteiligung).
Kapitel 4 beschreibt die Methode „9 Anschlusspunkte für Inklusion“ – ein selbsterklärendes gruppendynamisches Instrument für Sensibilisierung und Projektentwicklung.
Kapitel 5 zeigt, wie Mini-Indexe agil entwickelt werden und kontrastiert selbstwirksames mit entfremdetem Arbeiten: Fehler als Lernchancen statt als persönliches Versagen.
Kapitel 6 lädt zur Mitentwicklung ein und beschreibt die Angebote der Fachstelle für Inklusion in der Jugendarbeit Brandenburg.
Kapitel 7 fasst zusammen: Inklusion ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Die Indexe sind Werkzeuge für diesen Prozess – sie schaffen eine gemeinsame (Fach-)Sprache, basieren auf verbindlichen Standards und laden zum gemeinsamen Lernen ein.
1. Fragmentierte Systeme und entfremdetes Arbeiten am Menschen: Woran Inklusion scheitert
Mit dem KJSG, das am 10. Juni 2021 in Kraft trat, wurde eine wegweisende Entscheidung getroffen: Die Kinder- und Jugendhilfe soll inklusiv ausgerichtet werden. Diese Verpflichtung ist nicht irgendwann in ferner Zukunft zu erfüllen – sie ist unmittelbar wirksam geworden und zielt darauf ab, das gesamte Aufgabenspektrum der Kinder- und Jugendhilfe auch auf junge Menschen mit Behinderung auszurichten.
Die rechtliche Grundlage ist klar formuliert: § 11 Abs. 1 SGB VIII verpflichtet die Jugendarbeit, die besonderen Bedarfe junger Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen. § 80 Abs. 2 Nr. 2 SGB VIII verpflichtet zur Gewährleistung eines inklusiven Angebots, § 80 Abs. 2 Nr. 4 SGB VIII fordert die gemeinsame Förderung unter Berücksichtigung spezifischer Bedarfslagen. Der 17. Kinder- und Jugendbericht[2] formuliert es unmissverständlich: Dem Diktum Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind in erster Linie Kinder und Jugendliche wird noch nicht hinreichend nachgekommen.
Träger, Fachkräfte und Kommunen sind beauftragt, diese Transformation konkret zu gestalten. Und scheint auch das Wohin juristisch normiert zu sein, beschäftigt die Praxis dennoch die Frage nach dem Wie und manchmal sogar, was das Wohin denn genau bedeutet.
Unserer Beobachtung nach stößt die Praxis auf zwei zentrale Herausforderungen, die eng miteinander verwoben sind und die beide gelöst werden müssen, wenn Inklusion gelingen soll: Fragmentierte Systeme, die nicht miteinander kommunizieren können, und entfremdetes Arbeiten am Menschen, das Inklusion als technisches Verfahren statt als verstandenes Prinzip behandelt.
Erste Herausforderung: Fragmentierte Systeme
Die Praxis entwickelt in dieser Situation eine Vielzahl an kompetenten Ansätzen: Reflexionsfragen für die Jugendhilfeplanung, Checklisten für Träger, Qualitätskriterien für Einrichtungen. Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF)[3] hat beispielsweise „Umsetzungshinweise für die Stärkung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe durch die Jugendhilfeplanung“ entwickelt – fundiert, durchdacht, praxisnah.
Diese Ansätze entstehen dezentral und isoliert voneinander. Die Planungsebene entwickelt ihre Instrumente, die Einrichtungen ihre Checklisten, die Träger ihre Konzepte – das wäre kein Problem, würde es sich bei der Umsetzung von Inklusion nicht einerseits – wie einleitend ausgeführt – um ein universelles Menschenrecht handeln. Und wären andererseits Sektoren und Ebenen nicht in der Weise voneinander abhängig, wie sie es bei Hilfe für Menschen mit Behinderung sind. Viele Institutionen und Behörden kommen ins Spiel, wenn ein junger Mensch aufgrund einer Behinderung Unterstützung benötigt. Auf das Problem der Zuständigkeitsklärung wurde im Bundesteilhabegesetz (BTHG) bereits eingegangen und Lösungen gefordert. Mit den Verfahrenslotsen im Jugendamt sorgt nun das KJSG dafür, dass Familien mit betroffenen Kindern durch das oft komplizierte Verfahren der unterschiedlichen Zuständigkeiten gelotst werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Verfahren selbst ebenso durch die Arbeit der Verfahrenslotsen und mit der Verwirklichung der 3. Stufe des KJSG, die die Eingliederungshilfe für junge Menschen unter dem Dach des Jugendamtes vereint, vereinfacht werden.
Fragmentierte Systeme, die um den jungen Menschen kreisen, wenn er eine Beeinträchtigung hat und Unterstützung benötigt, erzeugen eine weitere Beeinträchtigung und Belastung, die darin besteht, ein verwirrendes Wechselspiel von irgendwie miteinander verbundenen und doch immer wieder autonom agierenden Behörden und Anbietern zu begreifen. Grundlegend ist es und oft ebenso kompliziert, herauszufinden, was ein sich in Entwicklung befindlicher Mensch unter den Bedingungen einer Behinderung benötigt. Auch hier erleben Familien oft ein verwirrendes Konzert aus medizinischen Gutachten mit Lehr- und Einzelmeinungen inklusive Diagnosen aus lateinischen Worten, die keinen Bezug auf die individuelle Situation des betroffenen Kindes nehmen. Hinzu kommen Bewertungen durch Pflegeversicherung und Versorgungsbehörden: Pflegegrade, Grade der Behinderung oder Schädigung, wesentliche oder nicht wesentliche Behinderung…, die häufig ebenso nicht zur Vereinfachung und Praxistauglichkeit beitragen.
Die Bedarfsermittlung und die Erstellung eines Hilfeplans stellen Fachkräfte in Sozial- und Jugendamt ebenso vor die Herausforderung, ein unübersehbares Geflecht von Begriffen und Normenverschränkungen zu durchdringen, wie die betroffenen Familien selbst.
Zweite Herausforderung: Entfremdetes Arbeiten am Menschen
An dieser Stelle lohnt ein Blick auf die ICF[4] – ein innerhalb der letzten 25 Jahre bereits unternommener Versuch, eine gemeinsame Fachsprache zu etablieren – und uns anzuschauen, wo das gelungen ist, wo – in Bezug auf die Umsetzung von Inklusion – Schwachstellen zu erkennen sind und was es eventuell ist, was gefehlt hat.
Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) wurde 2001 von der WHO verabschiedet, 2005 auf Deutsch veröffentlicht und mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) als Orientierung innerhalb der Bedarfsermittlung für die Eingliederungshilfe verpflichtend. Der Vorstoß der WHO, die Bedarfsermittlung mittels der ICF zu vereinheitlichen und dabei ein bio-psycho-soziales Modell zugrunde zu legen, das die Wechselwirkungen zwischen Körperfunktionen und -strukturen, persönlichen psychologischen Faktoren und Umweltfaktoren, Aktivitäten und Teilhabe berücksichtigt, leitete einen wichtigen, von der UN-Behindertenrechtskonvention geforderten Paradigmenwechsel ein: Weg von einem rein medizinischen Modell (Behinderung als Defekt im Körper) hin zu einem kontextuellen Verständnis von Behinderung als einem aus Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Person entstehenden Zustand.
Die ICF wollte ein einheitliches Klassifikationssystem für alle Bereiche etablieren – von der medizinischen Diagnostik über die Rehabilitation bis zur Sozialarbeit. Die Vision: Alle sprechen „ICFisch“, alle nutzen dieselben Codes, alle verstehen sich. Das Verdienst der ICF ist unbestritten: Sie hat einen wichtigen Paradigmenwechsel eingeleitet und das diagnostische Denken erweitert. Doch bei einem vielleicht in der Praxis erst offenbarwerdenden Punkt stieß sie an Grenzen: Als alltagspraktische Fachsprache für die Verständigung zwischen Menschen.
In der Praxis zeigte sich häufig: In Hilfeplangesprächen wurden die Bögen ohne tiefes Verständnis der Bedeutung ausgefüllt, und dann sprach man über die tatsächlichen Probleme von Mensch zu Mensch – jenseits der Codes. Es war, als würde dieses Instrument für die diagnostische Erfassung funktionieren, aber nicht für die lebendige Verständigung.
Das liegt nicht am mangelnden Willen der Beteiligten, sondern an einer grundsätzlichen Eigenschaft von Sprache. Menschen können sich nicht primär in Codes verständigen. Sie sprechen divers, in Dialekten, in Alltags- und Fachsprache, in Amtssprache und Jugendsprache und verstehen sich oft nicht auf Anhieb. Denn eine Sprache muss stets sowohl subjektiv als auch objektiv verankert sein. Manchmal gelingt es Menschen nicht, ihre individuelle Sprache, die sie subjektiv als klar und verständlich begreifen, in einer Gruppe oder auch zwischen zwei Menschen zu objektivieren. Wenn es ihnen schließlich gelingt und sie sich verstehen, dann nur deshalb, weil sie gemeinsame Sprachräume – Anschlusspunkte – in ihren unterschiedlichen Sprachgewohnheiten finden. Und hier sprechen wir noch nicht von der Aufgabe, eine Muttersprache in die andere zu übersetzen oder auch Gebärdensprache in Lautsprache.
Verständnis entsteht entlang von Übergängen zwischen Sprachräumen. Einheitliche Regelwerke, die sich in Nummern ausdrücken, können für die Dokumentation wertvoll sein – aber für die lebendige Verständigung zwischen Menschen vermitteln sie nur dann Bedeutung, wenn sie an einen als subjektiv bedeutend erlebten Sprachraum anknüpfen können. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Menschen Verständnis füreinander entwickeln, wenn ein bestimmter Zustand lediglich eine Nummer oder einen Begriff erhält.
Der fehlende Perspektivwechsel: Von Defiziten zu Barrieren
Doch es gibt noch eine tiefere Ebene, auf der die ICF – bei aller Würdigung ihrer Verdienste – an Grenzen stößt: Sie transportiert nicht das fundamentale Prinzip von Inklusion auf eine Weise, die Menschen wirklich erreicht und verinnerlichen können.
Inklusion bedeutet einen radikalen Perspektivwechsel: Es geht nicht um Defizite einzelner Menschen, sondern um Barrieren, die menschengemacht und deshalb veränderbar sind. Nicht „Was kann das Kind nicht?“, sondern „Was hindert das Kind an Teilhabe?“. Nicht „Welche Diagnose liegt vor?“, sondern „Welche Barrieren in unseren Strukturen, Kulturen und Praktiken müssen wir abbauen?“.
ICF bleibt – auch wenn sie Umweltfaktoren einbezieht – in ihrer Logik letztlich bei der Person und ihrer Funktionsfähigkeit. Sie klassifiziert, was Menschen können oder nicht können. Doch für die Umsetzung von Inklusion braucht es mehr: Die Fähigkeit, den Blick umzukehren und nach den Barrieren im System zu fragen, nicht nach den Defiziten der Person.
Auf dieser Grundlage – eines verstandenen Prinzips, nicht nur einer technischen Anleitung – können Fachkräfte, Teams und Organisationen ihre Praktiken, Kulturen und Strukturen wirklich anpassen. Denn sie verstehen das Warum ihres Handelns. Sie machen Inklusion nicht zu einem Verfahren, das man „abarbeitet“, sondern zu einer Haltung, die man entwickelt.
Ohne diesen Perspektivwechsel – ohne dass Fachkräfte verstehen, dass sie selbst und ihre Systeme sich verändern müssen, nicht primär „die Kinder mit Behinderung integriert werden“ – droht Inklusion immer fremdartig zu bleiben. Unverstanden. Ein Verfahren, das man durchführt, aber die Absicht dahinter nicht verinnerlicht.
Was fehlt: Eine gemeinsame (Fach)sprache für Inklusion – ein gemeinsamer Prozess
Für die Umsetzung von Inklusion ist es essenziell erforderlich, dass Menschen Verständnis füreinander entwickeln, den jeweiligen Zustand des anderen einschätzen können, um auf dieser Grundlage Hilfe zu gewähren – ohne dabei das Recht auf Selbstbestimmung zu vergessen.
Die ICF ist ein wichtiges Instrument für die diagnostische Klassifikation, die in der Kategorisierung von Menschen die Ebene der Barrieren, denen sie begegnen, eingefügt hat. Doch für die Umsetzung von Inklusion braucht es mehr:
- Die Einsicht in die Notwendigkeit, dass diese Barrieren abgebaut werden müssen und können.
- Und eine gemeinsame Anstrengung, dieser Notwendigkeit nachzukommen.
Die ICF ist keine gemeinsame Fachsprache für Inklusion, sondern eine gemeinsame Fachsprache, die auf der Qualitätsstufe der Integration operiert. Was fehlt, aber dringend gebraucht wird, ist eine gemeinsame Sprache und auch Fachsprache für Inklusion, eine verbindende Logik, ein übergreifendes Verständnis davon, was Inklusion eigentlich bedeutet und wie sie systematisch umgesetzt werden kann.
Auch deshalb, weil die Umsetzung von Inklusion Kooperationen und Aushandlungen zwischen Bereichen erfordert, die vorher oft nicht zusammengearbeitet haben, ist die Etablierung einer gemeinsamen (Fach-)Sprache von so großer Bedeutung.
Wie sollen Jugendhilfe und Eingliederungshilfe, Jugendhilfeplanung und Jugendarbeit … zusammenarbeiten, wenn Sektoren und Ebenen unterschiedliche Begriffe verwenden? Wie sollen Träger und Kommunen gemeinsame Standards entwickeln, wenn sie mit unterschiedlichen Analyserastern arbeiten? Wie sollen gemeinsame Maßnahmenplanungen entstehen, wenn es an gemeinsamer Begriffsbildung und Logik mangelt?
Zudem wird häufig übersehen, dass auch die Eingliederungs- und Behindertenhilfe einen Transformationsprozess hin zu Inklusion durchlaufen müssen. Oft wird stillschweigend vorausgesetzt, dass diese Bereiche bereits „inklusiv“ seien – schließlich arbeiten sie mit Menschen mit Behinderung. Doch die UN-Behindertenrechtskonvention fordert nicht nur die Öffnung der Regelsysteme für Menschen mit Behinderung, sondern auch die Erneuerung der spezialisierten Systeme nach konstruktiven Werten: Weg von fürsorglichen Betreuungsstrukturen, hin zu selbstbestimmungsorientierten Unterstützungsformen. Auch Werkstätten, Wohneinrichtungen und Beratungsstellen müssen sich die Frage stellen: Wie inklusiv sind unsere eigenen Kulturen, Strukturen und Praktiken?
Auch ist es deutlich wahrscheinlicher, dass Prozesse der Eingliederungshilfe, die selbst inklusiv durchgeführt werden, Inklusion zur Folge haben. Solange die Eingliederungshilfe sich auf Zuständigkeitssysteme und Bedarfsermittlungsverfahren stützt, die für die Betroffenen undurchdringlich erscheinen, kann man nicht von Barrierefreiheit sprechen oder von sprachlicher Niedrigschwelligkeit. Ebenso kann man nicht von einem beteiligenden Prozess sprechen, solange die Sprache und die Bezeichnungen der Betroffenen selbst für ihre Beeinträchtigungen hinter medizinischen, psychiatrischen und pädagogischen Gutachten zurückstehen. Die Antwort auf die Frage, wie es hier zu einem Ausgleich kommen kann, bleiben wir bislang eventuell peinlich berührt schuldig.
Die Indexe für Inklusion als Antwort auf beide Herausforderungen
Genau hier setzen die Indexe für Inklusion an – und bieten Antworten auf beide beschriebenen Herausforderungen.
Die Indexe für Inklusion bieten eine gemeinsame Fachsprache, die die Fragmentierung überwindet: Ein systematisches Reflexionsinstrument, das verschiedene Akteure – von der Jugendhilfeplanung über Träger bis zu einzelnen Einrichtungen – mit denselben Fragen, derselben Logik und demselben Verständnis von Inklusion ausstattet.
Und sie transportieren das fundamentale Prinzip von Inklusion auf eine Weise, die Menschen wirklich erreicht: Es geht nicht um Defizite einzelner Menschen, sondern um Barrieren, die menschengemacht und deshalb veränderbar sind.
Ihr Ansatz ist dabei bewusst einfach und zugleich umfassend: Sie strukturieren Inklusion entlang dreier Dimensionen – Kulturen, Strukturen und Praktiken – und machen damit deutlich, dass nachhaltige Veränderung alle drei Ebenen gleichzeitig braucht. Eine inklusive Haltung (Kultur) ohne barrierefreie Räume (Struktur) bleibt folgenlos. Barrierefreie Zugänge (Struktur) ohne diversitätssensibles pädagogisches Handeln (Praktiken) bleiben leer. Und einzelne gelungene Projekte (Praktiken) ohne Verankerung in Konzepten und Werten (Kulturen und Strukturen) bleiben Insellösungen.
Die Indexe arbeiten mit Fragen statt Checklisten. Sie sagen nicht, was getan werden muss, sondern regen zur gemeinsamen Reflexion an und gleichermaßen dazu, den nächstmöglichen gemeinsamen Veränderungsschritt zu identifizieren und sich gemeinsam dafür zu entscheiden: Was sind bei uns Barrieren? Wo erleben junge Menschen Ausgrenzung? Welcher nächste Schritt ist realistisch und wirksam? Diese prozessorientierte Herangehensweise macht die Indexe anschlussfähig an unterschiedliche Ausgangssituationen – vom Jugendclub auf dem Land bis zur kommunalen Jugendhilfeplanung. Mit dieser Vorgehensweise werden auch fehlende Ressourcen konkret benannt und besprochen. Notwendige Kooperationen und Abstimmungen werden in die Agenda eingefügt. Dennoch kommt der Prozess nicht ins Stocken, nur weil bestimmte Erfordernisse noch nicht erreichbar sind.
Anschlussfähigkeit statt Hierarchie
Damit bieten die Indexe eine Antwort auf das eingangs beschriebene Problem fragmentierter Systeme, die nicht miteinander kommunizieren können. Die Lösung liegt nicht darin, ein System über alle anderen zu setzen – was eine autokratische Antwort wäre, die mit der demokratischen Struktur der Kinder- und Jugendhilfe nicht vereinbar wäre. Die Lösung liegt in der Anschlussfähigkeit der Systeme untereinander und daran, dass die Systeme sich selbst entwickeln und organisieren entlang demokratisch abgestimmter Werte, die uns die UN-BRK bietet: Wenn Jugendhilfeplanung, Träger, Einrichtungen, Eingliederungshilfe und Jugendamt mit derselben Logik arbeiten – denselben drei Dimensionen, denselben Reflexionsfragen, demselben Verständnis von Inklusion als Prozess – dann können sie trotz unterschiedlicher Zuständigkeiten und Aufträge produktiv kooperieren. Nicht Vereinheitlichung durch Hierarchie, sondern Verständigung durch gemeinsame Sprache sorgt für Ordnung im Chaos.
2. Die Index-Familie: Bewährte Methodik mit Potenzial
Wir haben gesehen, dass die Umsetzung von Inklusion vor zwei zentralen Herausforderungen steht: fragmentierte Systeme, die nicht miteinander kommunizieren können, und entfremdetes Arbeiten, das Inklusion als technisches Verfahren statt als verstandenes Prinzip behandelt. Die Indexe für Inklusion bieten Antworten auf beide Herausforderungen – und sie tun das mit einer Methodik, die sich seit über zwei Jahrzehnten bewährt hat.
Eine Erfolgsgeschichte – von der Schule zur Jugendarbeit
Die Indexe für Inklusion haben eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Sie beginnt im Jahr 2000, als Tony Booth und Mel Ainscow an der Universität Manchester den „Index for Inclusion“ für Schulen entwickelten. Die deutsche Fassung folgte 2003 und wurde schnell zu einem Standardwerk für Bildungseinrichtungen, die sich auf den Weg zu inklusiven Strukturen machen wollten.
Doch die Idee erwies sich als so tragfähig, dass sie sich weiterentwickelte:
• 2006 erschien die Adaption für Kindertageseinrichtungen durch die GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft)
• 2011 entwickelte die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft den Index für Inklusion auf kommunaler Ebene
• 2014 legte Prof. Dr. Thomas Meyer den Index für Inklusion in der Jugendarbeit vor
Heute wird der Index in verschiedensten Kontexten angewendet: In Schulen und Kitas, in ganzen Kommunen, die Veränderungsprozesse eingeleitet haben, auch in kirchlichen Strukturen – die Evangelische Kirche im Rheinland hat bereits 2010 auf Grundlage der Indexe von Booth und Ainscow einen eigenen Index für Bildungseinrichtungen in der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) entwickelt.[5]
Die DNA der Indexe: Was sie verbindet? Was macht sie so erfolgreich?
1. Die dreidimensionale Analyse: Kulturen – Strukturen – Praktiken
Alle Indexe arbeiten mit derselben Grundlogik: Inklusion wird auf drei Ebenen betrachtet – inklusive Kulturen schaffen (Werte, Überzeugungen, Haltungen), inklusive Strukturen etablieren (Barrierefreiheit, Organisation, Rahmenbedingungen) und inklusive Praktiken entwickeln (konkretes Handeln im Alltag). Diese Dreiteilung entspricht der Erkenntnis, dass Inklusion nicht durch einzelne Maßnahmen entsteht, sondern durch das Zusammenspiel von Haltung, Struktur und Praxis.
2. UN-BRK-Basis und partizipative Evaluation
Alle Indexe basieren auf der UN-Behindertenrechtskonvention und übersetzen völkerrechtlich verbindliche Standards in konkrete, handlungsleitende Fragen. Das gibt ihnen Legitimation und Verbindlichkeit. Gleichzeitig sind die Indexe kein Top-down-Instrument, sondern leben davon, dass verschiedene Perspektiven einbezogen werden: Fachkräfte, Leitungen, Nutzer*innen, Kooperationspartner*innen. Inklusion wird nicht verordnet, sondern gemeinsam entwickelt.
3. Zyklischer Prozess und Aufforderung zur Positionierung
Die Indexe sind kein einmaliges Audit, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess: Evaluation → Entwicklungsplanung → Umsetzung → erneute Evaluation. Inklusion wird als dauerhafter Prozess verstanden, nicht als erreichbarer Endzustand. Manche Indexe arbeiten mit geschlossenen Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können: „Haben wir sichergestellt, dass…?“ Das zwingt zur Positionierung, verhindert Ausweichmanöver und macht sichtbar, wo Entwicklungsbedarf besteht. Andere nutzen offene Reflexionsfragen oder formulieren die Indikatoren als Aussagen. Alle Varianten dienen demselben Zweck – den Entwicklungsbedarf sichtbar zu machen und zur Positionierung anzuregen.
3. Mini-Indexe: Agile Antworten auf praktische Bedarfe
Die Geburt der Mini-Indexe in Brandenburg
Der Index für Inklusion in der Jugendarbeit von Prof. Dr. Thomas Meyer ist ein umfassendes, fundiertes Instrument. Doch genau darin liegt auch eine Herausforderung: Er ist sehr umfangreich und nimmt viel Zeit in Anspruch, wenn man es mit der Umsetzung wirklich ernst meint.
In der Fachstelle für Inklusion in der Jugendarbeit Brandenburg haben wir uns gefragt: Wie können wir die bewährte Logik der Indexe nutzen, aber gleichzeitig niedrigschwellige Einstiege schaffen? Wie können wir das Inklusionsuniversum in handhabbare Häppchen zerlegen, ohne die Systematik zu verlieren?
So entstanden die Mini-Indexe – kompakte Instrumente mit jeweils 25 Kernfragen zu spezifischen Bereichen der Jugendarbeit:
- Index für inklusive Gremienarbeit
- Index für inklusive Elternkooperation
- Index für inklusives Spielen
- Index für inklusive Veranstaltungen
- Index für inklusive Beteiligung
Und derzeit in Entwicklung:
- Index für inklusive Jugendhilfeplanung
- Index für inklusive Ferienfreizeiten
Die dreifache Wirkung der Mini-Indexe
Die Erfahrungen mit den Mini-Indexen zeigen eine dreifache Wirkung:
1. Der Appetizer-Effekt: Lust auf mehr machen
Die Mini-Indexe sind wie eine Kostprobe. Sie sind überschaubar, nicht überfordernd. Man kann sie in einem Teammeeting durcharbeiten. Und genau das macht sie so wirksam: Sie wecken Neugier. Viele Teams, die mit einem Mini-Index begonnen haben, wollen mehr. Sie entdecken: „Das hilft uns tatsächlich! Wir sehen klarer, wo wir stehen und was wir entwickeln wollen.“ Der Mini-Index wird zum Türöffner für die Beschäftigung mit dem umfassenden Index.
2. Kontextualisierung: Einzelschritte im großen Ganzen sehen
Inklusion kann überwältigend wirken. „Wir sollen alles inklusiv gestalten“ – wo soll man da anfangen? Die Mini-Indexe helfen, Einzelschritte sichtbar zu machen und sie gleichzeitig in den gemeinsamen Kontext des Projekts Inklusion zu setzen. Sie zeigen: Inklusive Gremienarbeit, inklusive Veranstaltungen, inklusive Beteiligung – das sind keine isolierten Themen, sondern Teile eines Ganzen. Und jeder kleine Schritt trägt zum großen Ziel bei.
3. Die Probefahrt: Risikolos testen
Nicht jede Methode passt zu jedem Team, jeder Einrichtung, jedem Träger. Die Mini-Indexe ermöglichen eine risikolose Probefahrt: „Passt die Methode der Indexe für Inklusion zu unserer Arbeitsweise? Hilft uns diese Art der Reflexion?“
Wenn ja – wunderbar, dann kann man genauso fortfahren. Weitere Mini-Indexe durcharbeiten, das Ganze wiederholen, die Anschlusspunkte ausprobieren, mit dem „großen“ Index für Inklusion fortsetzen oder auch einen eigenen Index für einen noch nicht vertretenen Bereich entwickeln oder die Fachstelle dazu auffordern.
Wenn nein – auch gut, dann weiß man es und hat nur wenig Zeit investiert. Vielleicht passt es auch nur jetzt noch nicht, weil noch andere Herausforderungen obenauf liegen – in der Jugendarbeit, die ja auch akut arbeitet, ist das nicht unüblich. Dann ist ein kurzer Prozess, in dem man eine Methode kennengelernt hat, hilfreich. Später kann man sich dann daran erinnern und fortsetzen.
Systematik trotz Flexibilität
Wichtig ist: Die Mini-Indexe sind keine vereinfachte Version des großen Index. Sie sind Anwendungen derselben Logik auf spezifische Bereiche und behalten die dreidimensionale Analyse (Kulturen-Strukturen-Praktiken), die UN-BRK-Basis, die geschlossenen Fragen und die partizipative Herangehensweise bei. Nur der Umfang und der Fokus sind anders.
4. Die Anschlusspunkte-Methodik: Niedrigschwelliger Einstieg in die inklusive Praxis
Die Methode „9 Anschlusspunkte für Inklusion“ ist ein gruppendynamisches Instrument, das sich sowohl zur ersten Sensibilisierung als auch zum Befüllen eines konkreten Projektspeichers eignet. Ihr Ausgangspunkt ist eine Beobachtung, die jeder kennt, der Inklusion in Gruppen einführen möchte: Der Moment, in dem eine Debatte kippt.
Von Triggerpunkten zu Anschlusspunkten
Wer über Inklusion spricht, stößt früher oder später auf Themen, die eine eigentümliche Sprengkraft entfalten. Nicht weil die Menschen böswillig wären, sondern weil bestimmte Themen – Vielfalt, Ressourcen, Zugehörigkeit – gesellschaftlich so vorbelastet sind, dass sie in Gruppen schnell Abwehr oder Lagerbildung auslösen. Aus einem konstruktiven Fachgespräch wird unvermittelt ein „die gegen uns“.
Für diese Dynamik haben die Soziologen Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser in ihrem 2023 erschienenen Buch Triggerpunkte – Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft[6] eingängige Begriffe geprägt: „Triggerpunkte“ als Kipppunkte in Debatten, „Polarisierungsunternehmer“ als jene, die von eskalierenden Gegensätzen profitieren – und die beruhigende These, dass der Anschein einer „Spaltung der Gesellschaft“ oft dort entsteht, wo eigentlich nur graduelle Aufmerksamkeitsschwellen überschritten werden. Gesellschaften sind weniger gespalten, als es scheint – aber sie werden es, wenn die falschen Rahmungen dominieren.
Diese Lektüre hat uns angeregt, in Debatten achtsamer für jene kritischen Momente zu werden, in denen aus sachlichem Austausch emotionale Frontbildung werden kann – und methodisch gegenzusteuern. Das Ergebnis: „Die 9 Triggerpunkte für Inklusion – wie aus Triggerpunkten Anschlusspunkte werden.“
Das Grundprinzip ist einfach: Reizthemen werden nicht vermieden, sondern explizit angesprochen – aber um ihren Reiz reduziert und fokussiert auf die gesellschaftliche Herausforderung dahinter. So kann aus einem Triggerpunkt ein Wirkbereich werden. Aus der lähmenden Frage „Ist das überhaupt lösbar?“ wird die handlungsorientierte Frage: „Was können wir konkret tun?“
Ein Beispiel: Das Thema Diversität lässt sich als Reizthema so rahmen: „Menschen, die ganz anders sind als wir, werden immer mehr – man fühlt sich fremd im eigenen Land.“ Gesetzt ist damit ein Triggerpunkt, der Abwehr mobilisiert statt Handlung. In der Methode wird dieser Triggerpunkt in den Anschlusspunkt „Vielfalt leben“ überführt – eine Handlungsoption, die das Thema öffnet statt schließt.
Wie die Methode funktioniert
Jeder der neun Anschlusspunkte ist mit vier konkreten Aussagen hinterlegt, denen die Gruppe gemeinsam zustimmen muss. Die Aussagen beschreiben Zustände, Haltungen oder Praktiken, die für den jeweiligen Wirkbereich erforderlich sind – und sie funktionieren ähnlich wie die Fragen der Mini-Indexe: Sie zwingen zur Positionierung. Solange einer Aussage nicht zugestimmt werden kann, ist der Handlungsbedarf sichtbar.
Erst wenn alle vier Aussagen bejaht sind, erhält die Gruppe den Anschlusspunkt – buchstäblich: in Form einer DIN-A5-Karte, die aus vier Vierteln besteht, die sich auf der Rückseite der vier Aussagekarten befinden. Nur wenn alle vier umgedreht und zusammengelegt werden, wird das Bild sichtbar. Die Visualisierung macht die Gemeinschaftsleistung erfahrbar: Der Anschlusspunkt entsteht in der Gruppe.
Zum Mitnehmen gibt es den Anschlusspunkt als Sticker – für die Einrichtung, das schwarze Brett, das Diensthandy. Ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail: Sichtbarkeit ist auch eine Form von Haltung.
Wann und wofür: Sensibilisierung und Projektspeicher
Die Methode eignet sich für zwei verschiedene Einsatzkontexte, die sich ergänzen. Als Einstiegsinstrument schafft sie in kurzer Zeit ein gemeinsames Bewusstsein dafür, wo eine Einrichtung oder ein Team in Bezug auf Inklusion steht – und wo Handlungsbedarf besteht. Die neun Anschlusspunkte decken das Inklusionsfeld thematisch ab und geben so einen Überblick, ohne zu überfordern.
Als Projektspeicher lässt sich die Methode nutzen, um konkrete nächste Schritte zu identifizieren und zu priorisieren: Welche Anschlusspunkte sind bereits erreicht? Welche fehlen noch? Was ist der realistisch nächste gemeinsame Schritt?
Unterschied zu den Mini-Indexen
Mini-Indexe und Anschlusspunkte-Methodik sind keine Alternativen, sondern verschiedene Werkzeuge für verschiedene Phasen und Kontexte. Während die Mini-Indexe systematisch und bereichsspezifisch fragen – „Wie inklusiv ist unsere Gremienarbeit?“ – arbeitet die Anschlusspunkte-Methodik querschnittlich und überblicksartig. Sie macht das Gesamtfeld Inklusion greifbar, bevor es in Einzelthemen aufgefächert wird.
Ein weiterer Unterschied liegt im emotionalen Zugang: Die Mini-Indexe setzen fachliche Bereitschaft voraus, sich systematisch mit einem konkreten Praxisbereich auseinanderzusetzen. Die Anschlusspunkte-Methodik setzt früher an – dort, wo es noch Vorbehalte, Unklarheiten oder latente Abwehr gibt. Sie adressiert diese Dynamiken direkt und verwandelt sie in konstruktive Energie.
Die beiden Instrumente zusammen bilden deshalb einen methodischen Bogen: von der ersten Begegnung mit dem Thema Inklusion bis hin zur systematischen Entwicklung inklusiver Praxis in konkreten Bereichen.
5. Die Kraft der gemeinsamen Fachsprache
Was eine gemeinsame Fachsprache leisten muss – und was nicht
Wir haben in Kapitel 1 gesehen, wo die ICF als gemeinsame Fachsprache an Grenzen stößt: nicht bei der diagnostischen Klassifikation, für die sie konzipiert wurde, sondern bei der lebendigen Verständigung zwischen Menschen, die gemeinsam Inklusion umsetzen wollen. Diese Grenze ist kein Versagen der ICF – sie ist ein Hinweis darauf, was eine Fachsprache für Inklusion leisten muss, was eine Klassifikationssprache strukturell nicht leisten kann.
Eine gemeinsame Fachsprache für Inklusion muss Menschen nicht nur in die Lage versetzen, Zustände zu beschreiben – sie muss sie in die Lage versetzen, gemeinsam zu handeln. Sie muss den Blick von den Defiziten der Person auf die Barrieren im System lenken. Und sie muss anschlussfähig sein: für unterschiedliche Systeme, unterschiedliche Professionen, unterschiedliche Ausgangssituationen – ohne diese zu vereinheitlichen oder zu hierarchisieren.
Genau das leisten die Indexe für Inklusion.
Die Indexe als Sprachfamilie
Man kann sich die Indexe wie eine Sprachfamilie vorstellen: Alle haben dieselbe Grammatik, aber jeder spricht seinen eigenen Dialekt. Was alle verbindet, ist die Grundlogik – Kulturen, Strukturen, Praktiken –, die UN-BRK-Orientierung, die partizipative Methodik und der zyklische Prozess. Was unterschiedlich ist, sind Fokus, Beispiele und konkrete Anwendung: Die Schule fragt nach Unterricht, die Kita nach Erziehungspartnerschaft, die Jugendarbeit nach Freiwilligkeit.
Das Ergebnis ist kein einheitliches Regelwerk, das alle gleich sprechen müssen. Es ist eine geteilte Logik, die Verständigung ermöglicht, ohne Eigenlogiken zu zerstören. Wenn eine Kommune mit dem Kommunalen Index arbeitet, eine Schule mit dem Schul-Index und eine Jugendeinrichtung mit dem Jugendarbeits-Index, sprechen sie drei verschiedene Dialekte – aber sie verstehen sich. Sie teilen ein gemeinsames Inklusionsverständnis, eine gemeinsame Analyselogik, gemeinsame Qualitätsstandards und eine gemeinsame Haltung zur Partizipation.
Das ist der Kern dessen, was fragmentierte Systeme verbinden kann: nicht Vereinheitlichung durch Hierarchie, sondern Verständigung durch gemeinsame Sprache.
Bewährte Vorbilder: Föderale Methoden funktionieren
Dieses Prinzip ist nicht neu – und es hat sich in anderen Feldern vielfach bewährt.
Agile Methoden definieren Grundprinzipien, aus denen unterschiedliche Ausprägungen entstanden sind: Scrum für IT-Entwicklung, Kanban für Fertigung, Design Thinking für Innovation. Alle teilen dieselben Werte – Iteration, Feedback, Selbstorganisation – aber keine sieht in der Praxis gleich aus.
Qualitätsmanagement nutzt den PDCA-Zyklus (Plan, Do, Check, Act) als gemeinsame Logik, aber ISO 9001 für die Industrie sieht anders aus als KTQ für Krankenhäuser. Gewaltfreie Kommunikation folgt immer denselben vier Schritten – und funktioniert in Schulen genauso wie in Unternehmen, ohne dass beide es identisch umsetzen.
Das Erfolgsgeheimnis dieser föderalen Methoden liegt in vier Elementen:
- Bottom-up-Entwicklung statt top-down-Implementierung,
- Flexibilität in der Anwendung,
- Identitätsbewahrung der beteiligten Systeme
- und gemeinsame Werte als verbindliche und verbindende Basis.
Genau das leisten die Indexe für das Feld der Inklusion. Sie sind kein Instrument, das Systemen aufgezwungen wird. Sie sind ein Angebot zur freiwilligen Kooperation entlang demokratisch abgestimmter Werte – mit der UN-BRK als gemeinsamem Nenner und dem Prozess als gemeinsamem Horizont.
„Indexisch sprechen“ als Zukunftsvision
Die Vision, die hinter der Index-Familie steht, ist ambitioniert: dass Jugendhilfeplanung, Jugendarbeit, Eingliederungshilfe, Schule und Kita eines Tages mit derselben Grundlogik arbeiten – nicht weil jemand es ihnen verordnet hat, sondern weil sie erkannt haben, dass sie denselben jungen Menschen begleiten und ihm gegenüber dieselbe Verantwortung tragen.
Dieser junge Mensch läuft durch alle ihre Systeme. Er braucht keine perfekte Koordination zwischen ihnen – aber er braucht, dass sie dieselbe Sprache sprechen, wenn es um seine Teilhabe geht. Dass eine Fachkraft in der Jugendarbeit und eine Fachkraft in der Eingliederungshilfe, wenn sie über ihn reden, denselben Blick teilen: nicht auf seine Defizite, sondern auf die Barrieren, die ihm im Weg stehen.
„Indexisch sprechen“ – das ist die Kurzformel für diese Vision. Nicht als Utopie, sondern als erreichbares Ziel, Schritt für Schritt, System für System.
6. Agile Index-Entwicklung: selbstwirksam statt entfremdet
Zwei Kulturen des Arbeitens: Entfremdung oder Selbstwirksamkeit?
Die Art, wie wir Instrumente entwickeln und nutzen, prägt die Art, wie wir arbeiten. Und die Art, wie wir arbeiten, prägt, ob wir uns als selbstwirksam oder als ohnmächtig erleben.
Wir haben gesehen: ICF als Klassifikationssystem funktioniert für die Dokumentation. Aber in der alltäglichen Praxis erzeugt die Arbeit mit Codes oft ein Gefühl der Entfremdung. Fachkräfte berichten: „Ich fülle die Bögen aus, aber verstehe nicht wirklich, was ich da tue.“ Und wenn Fehler passieren – wenn Codes falsch zugeordnet werden, wenn Dokumentationen unvollständig sind – werden sie als persönliches Unvermögen gedeutet: „Du hast es nicht richtig gemacht.“ Das führt zu sinnfreien Demütigungen von Fachkräften, die eigentlich ihr Bestes geben wollen. Die Verantwortung liegt bei der einzelnen Person, das System bleibt unangetastet.
Die Indexe funktionieren anders – nicht nur methodisch, sondern in ihrer gesamten Arbeitskultur. Sie schaffen eine Atmosphäre der Selbstwirksamkeit statt der Entfremdung. Fehler werden nicht als persönliches Versagen geframt, sondern als gemeinsame Lernchance: „Wir haben eine Barriere übersehen – was können wir daraus lernen?“ Niemand ist allein damit, die Veränderung hin zu mehr Inklusion zu erreichen. Es ist eine gemeinsame Aufgabe, ein gemeinsamer Prozess, ein gemeinsames Lernen.
Diese Haltung – Fehler als Lernchancen, Entwicklung als Gemeinschaftsprojekt, kontinuierliches Verbessern statt einmaliger Perfektion – ist der Kern agiler Entwicklung. Und sie prägt nicht nur, wie wir Indexe entwickeln, sondern auch, wie wir mit ihnen arbeiten.
Was bedeutet „agile“ Entwicklung bei Indexen?
Statt jahrelang den perfekten Index zu entwickeln, der dann an der Realität vorbeigeht, entwickeln wir schnell Prototypen, testen sie in der Praxis und verbessern kontinuierlich. Das Prinzip: Verkürze die Vorbereitungszeit, verlängere die Lernzeit.
Es gibt ein altes Prinzip im Projektmanagement: „Verlängere die Vorbereitungszeit, verkürze die Durchführungszeit.“ Plant perfekt, dann läuft die Umsetzung fehlerfrei.
Agile Entwicklung dreht das um: „Verkürze die Vorbereitungszeit, verlängere die Lernzeit.“
Das bedeutet:
- Schnell ins Machen kommen statt lange planen
- Früh Feedback von echten Nutzer*innen statt im Elfenbeinturm entwickeln
- Kontinuierliches Lernen und Anpassen statt „Big Bang“-Einführung
- Iterative Verbesserung statt Perfektionsanspruch
Unser Vorgehen in fünf Phasen
Unser Vorgehen bei der Entwicklung von Mini-Indexen folgt diesem agilen Prinzip:
Phase 1: Bedarfsanalyse (2-4 Wochen)
- Wo gibt es konkrete Anfragen aus der Praxis?
- Welches Thema wird als besonders drängend erlebt?
- Für welchen Bereich fehlen niedrigschwellige Instrumente?
Phase 2: Prototyp-Entwicklung (4-6 Wochen)
- Welche Fragen aus dem großen Index für Jugendarbeit sind relevant?
- Welche Fragen müssen wir neu entwickeln oder anpassen?
- Wie lassen sich 25 Kernfragen identifizieren, die den Bereich abdecken?
Phase 3: Praxistest (3-6 Monate)
- Der Mini-Index wird an interessierte Teams gegeben
- Sie arbeiten damit in ihrer Alltagspraxis
- Wir sammeln Rückmeldungen: Was funktioniert? Was fehlt? Was ist unklar?
Phase 4: Überarbeitung (2-4 Wochen)
- Der Mini-Index wird basierend auf dem Feedback angepasst
- Fragen werden umformuliert, ergänzt oder gestrichen
- Erläuterungen werden präzisiert
Phase 5: Veröffentlichung und kontinuierliche Weiterentwicklung
- Der Mini-Index wird veröffentlicht
- Aber: Er bleibt ein „lebendes Dokument“
- Regelmäßig fließen neue Erfahrungen ein
Fehlerkultur: Vom Versagen zur Lernchance
Diese agile Herangehensweise erfordert ein grundsätzlich anderes Verständnis von Fehlern.
In klassischen Entwicklungsprozessen – und auch in der Anwendung starrer Instrumente wie ICF – gelten Fehler als Problem: als Zeichen von Unfähigkeit, als Abweichung von der Norm, als etwas, das vermieden werden muss. Wenn eine Fachkraft Schwierigkeiten hat, ICF-Codes korrekt anzuwenden, wird das als ihr persönliches Defizit gedeutet. Sie hat „es nicht verstanden“, sie „macht es falsch“. Das ist demütigend und lähmt.
Mit den Indexen – und mit agiler Entwicklung generell – wird diese Logik umgekehrt. Fehler sind keine Zeichen von Versagen, sondern Informationen über das System. Wenn ein Mini-Index in der Praxis nicht funktioniert, liegt das nicht am „Versagen“ der Anwender*innen. Es liegt daran, dass der Mini-Index noch nicht passt. Und das ist wertvoll zu wissen! Denn nur so können wir ihn verbessern.
Diese Haltung – Fehler als Lernchance, nicht als Versagen – schafft eine Atmosphäre der psychologischen Sicherheit. Teams, die mit Indexen arbeiten, können offen sagen: „Diese Frage verstehen wir nicht.“ „An dieser Stelle kommen wir nicht weiter.“ „Wir haben eine Barriere übersehen.“ Und statt Schuldzuweisungen folgt die Frage: „Was können wir daraus lernen? Wie können wir es gemeinsam besser machen?“
Das ist der Kern selbstwirksamen Arbeitens: Nicht das perfekte Abarbeiten vorgegebener Prozesse, sondern das gemeinsame Gestalten von Lösungen. Nicht die Angst, Fehler zu machen, sondern die Neugier, aus ihnen zu lernen. Nicht die Isolation der einzelnen Fachkraft, sondern die Kraft des Teams.
Genau diese Haltung braucht Inklusion. Denn Inklusion ist keine Checkliste, die man „richtig“ abarbeitet. Inklusion ist ein kontinuierlicher Lernprozess, in dem wir gemeinsam herausfinden, welche Barrieren wir abbauen müssen und wie das gelingen kann.
Niemand muss den perfekten inklusiven Jugendclub schaffen. Niemand muss die perfekte inklusive Jugendhilfeplanung entwickeln. Aber alle können – gemeinsam, Schritt für Schritt, System für System, aus Fehlern lernend – inklusiver werden. Das ist realistisch. Das ist menschlich. Und das macht den Unterschied zwischen einem Verfahren, das man durchleidet, und einem Prozess, den man mitgestaltet.
Was das konkret bedeutet: Raum für Lernzeit schaffen
Diese agile Herangehensweise erfordert Umdenken – bei Entwickler*innen wie bei Nutzer*innen. Sie erfordert: Raum für Lernzeit schaffen. Akzeptieren, dass Prototypen nicht perfekt sind. Bereitschaft, Feedback zu geben und anzunehmen. Vertrauen darauf, dass gemeinsames Lernen tragfähiger ist als einsame Perfektion.
Organisationen, die mit Indexen arbeiten wollen, fangen an, sich folgende konstruktive Fragen zu stellen:
- Haben wir Raum für Fehler und Lernen – oder erwarten wir sofortige Perfektion?
- Können Teams offen sagen, wenn etwas nicht funktioniert – oder gibt es eine Kultur der Schuldzuweisung?
- Verstehen wir Inklusion als Lernprozess – oder als Checkliste, die abgearbeitet werden muss?
- Sind wir bereit, unsere eigene Praxis zu hinterfragen – oder erwarten wir, dass „die anderen sich anpassen“?
Die Indexe sind Werkzeuge für diese Lernkultur. Sie funktionieren am besten dort, wo Menschen bereit sind, gemeinsam zu lernen, Fehler als Chancen zu begreifen und Inklusion als das zu verstehen, was sie ist: ein nie abgeschlossener, immer weiterlaufender Prozess der Werdens.
7. Einladung zur Mitentwicklung
Dieser Essay ist auch eine Einladung – an Sie, Ihre Einrichtung, Ihren Träger, Ihre Kommune, konkrete erste Schritte zu unternehmen oder mit uns zusammen fortzusetzen.
Sie wollen mit einem Mini-Index arbeiten?
- Wenden Sie sich an die Fachstelle für Inklusion in der Jugendarbeit Brandenburg
- Laden Sie die Mini-Indexe herunter oder sprechen Sie uns wegen gebundener Ausgaben an
- Planen Sie eine Teamsitzung ein und dokumentieren Sie Ihre Erfahrungen
Sie wollen einen neuen Mini-Index mit uns entwickeln?
- Melden Sie Ihren Bedarf an und werden Sie Teil einer Arbeitsgruppe
Als Fachstelle für Inklusion in der Jugendarbeit Brandenburg bieten wir Beratung, Workshops, Materialien (Mini-Indexe, Anschlusspunkte-Methodik, weitere Arbeitshilfen), Austauschplattformen, Fortbildungen und Kooperationen mit Wissenschaft und Praxis.
Sprechen Sie uns gern an.
8. Schlusswort: Gemeinsam inklusiv werden
Inklusion ist kein Zustand, den man erreicht. Inklusion ist ein Prozess, den man gestaltet.
Das KJSG schafft die rechtliche Verpflichtung, die UN-BRK liefert die normativen Standards, der 17. Kinder- und Jugendbericht zeigt die Problemlagen. Was fehlt, sind methodische Werkzeuge für die alltägliche Praxis.
Die Indexe können diese Werkzeuge sein – nicht weil sie perfekt sind, sondern weil sie eine gemeinsame Fachsprache schaffen, auf verbindlichen Standards basieren (UN-BRK), Partizipation strukturell verankern und flexibel anpassbar sind.
Die Vision einer Index-Familie für die gesamte Kinder- und Jugendhilfe ist ambitioniert, aber realistisch. Sie baut auf Bewährtem auf, entwickelt agil weiter und lädt zum Mitmachen ein.
Die Indexe liefern eine Basis, sich stets weiter entwickeln zu können und dabei nicht die Orientierung und den Zusammenhalt zu verlieren. Sie ermöglichen, Räume für gemeinsames Lernen zu schaffen – für die Fachkräfte genauso wie für die jungen Menschen.
Wir müssen anerkennen: Es ist immer der gleiche junge Mensch, der durch unsere Systeme läuft und überall die gleiche Qualität und die gleichen Werte benötigt, um zu verstehen, was wir ihm zu bieten haben und was wir von ihm erwarten. Wenn Systeme unverbunden und womöglich sogar widersprüchlich agieren, führt dies zu einer irritierenden Verwirrung, die letztlich zu einer Abkehr und zum Misslingen unserer Interventionen führt. Dort, wo Fachkräfte wie die Nutzer*innen fragmentierter Systeme gleichermaßen die Orientierung vermissen, können gemeinsame Veränderungsprozesse entlang demokratisch abgestimmter Werte diese wieder zurückbringen und ein kräftespendendes Wir-Gefühl schaffen, das dem Prozess Rückenwind und Nachhaltigkeit verleiht.
Die Indexe sind ein Angebot an die Praxis, gemeinsam inklusiv zu werden – mit Systematik, mit Überblick und Durchblick und mit Empathie und Herzblut.
[1] Booth, T. & Ainscow, M. (2002). Index for Inclusion. Developing Learning and Participation in Schools. Centre for Studies on Inclusive Education (CSIE). Booth, T. & Ainscow, M. (2017). Index für Inklusion. Ein Leitfaden für die Schulentwicklung. Beltz. GEW (Hg., 2006). Index für Inklusion in Kindertageseinrichtungen. www.gew.de. Meyer, T. & Kieslinger, C. (2014). Index für die Jugendarbeit zur Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. www.ifas-stuttgart.de. Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft (Hg., 2011). Der Kommunale Index für Inklusion – ein Praxishandbuch. www.montag-stiftungen.de. aktueller Youtube-Vortrag Tony Booth ‚Index for Inclusion‘ | Inclusive Education Conference 2021 #ALLFIEAGM – YouTube
[2] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2024). 17. Kinder- und Jugendbericht. BMFSFJ.
[3] Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) (2023). Umsetzungshinweise für die Stärkung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe durch die Jugendhilfeplanung. DIJuF.
[4] Weltgesundheitsorganisation (2001). Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). WHO. [Deutsche Fassung 2005, DIMDI.]
[5] ALPIKA-AG Sonderpädagogik und Gemeinde (2010). Index Inklusion für Bildungseinrichtungen in der EKD. Unveröffentlichtes Arbeitspapier. Redaktion: Andreas Nicht und Hans-Jürgen Röhrig. Index Inklusion für Bildungseinrichtungen in der EKD – Pädagogisch-Theologisches Institut
[6] Mau, S., Lux, T. & Westheuser, L. (2023). Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft. Suhrkamp.